Porträt - Lisa Smirnova

Das erste was einem an Lisa Smirnova neben ihrem rot schimmernden Haar auffällt ist ihr herzhaftes lautes Lachen, ihre Euphorie. "Begeisterung", sagt sie, auf diesen Begriff könnte sie ihr Leben zusammenfassen, wenn ihr nur ein Wort zur Verfügung stünde. "Begeisterung ist der Motor für alles, sie trägt einen, egal ob im Leben oder in der Kunst". Und getragen wurde sie allemal von ihr, im buchstäblichen Sinne über zwei Kulturen hinweg, vom Osten in den Westen, von Moskau bis hin nach Wien, wo sie heute lebt.

Dabei wurde ihr all dies nicht in die Wiege gelegt. In Moskau geboren wuchs sie innerhalb einer Familie auf, die mehr dem Naturwissenschaftlich und Technischen als dem Künstlerischen zugeneigt war. "Die Eltern waren wissenschaftliche Mitarbeiter an der Uni, meine Mutter in Mathematik, mein Stiefvater als Physiker. Meine Schwester studierte Betriebswirtschaft". Sie selbst aber empfand sich als "ganz anders", fühlte sich wie in einem "Käfig aus Gesetzen, Sitten, Dogmen"; ob an der renommierten Gnessin-Schule, in der die Eltern das hochbegabte Mädchen gaben, oder Jahre später auf dem Tschaikowsky Konservatorium in Moskau, wo sie in den Unterricht von Heinrich Neuhaus' Assistenten und Nachfolger, Lev Naumov, ging. Stets beschlich sie dieses "immer starke Gefühl, dass man als Einzelner dort nichts zu sagen hat". Unstillbar wurde ihre Sehnsucht nach "Freiheit", schließlich war alles geregelt auf der sogenannten "Musikspezialschule", die es in »